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Dr. Elmar Basse. - Psychologische Praxis für Beratung, Coaching und Therapie. Paartherapie, Eheberatung, Partnerschaftsberatung. Glockengießerwall 17, 20095 Hamburg, Tel. 040-33313361 ww.pp-praxis.de www.hamburg-eheberatung.de www.partnerschaftsberatung-eheberatung.de
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Im folgenden gebe ich ein Beispiel für das, was wir als ”Streit-Gespräche” kennen. Es ist allerdings kein Partnerschaftsthema, sondern dem ”öffentlichen Leben” entnommen – aus Gründen der Vertraulichkeit zitiere ich zwar keine Gespräche aus Eheberatung und Paartherapie, Sie werden jedoch unschwer erkennen, daß die Strukturen die gleichen sind:
Ein ”Fehlverhalten” wird wahrgenommen und dem anderen vorgeworfen. Wenn der nicht seine ”Schuld” bekennt, seinen ”Fehler” nicht einräumen mag, sondern sich zu erklären versucht, nimmt das Streitgespräch seinen Lauf.
”Bombendrohung nach Lottoscherz” meldete das Hamburger Abendblatt nach einem Beitrag im Fernsehen: Im ARD-Magazin Monitor war die Nachricht gesendet worden, daß beim Lotto betrogen werde, die Zahlen seien manipuliert, Drahtzieher sei der Finanzminister.
Das rief einen Sturm der Empörung hervor: zunächst gegen die Lotto-Annahmestellen. Dann aber schnell gegen den Monitor-Moderator, als dieser enthüllte, alles sei nur ein Scherz gewesen:
”Das war eine Frechheit”, schimpfte z.B. ein Lotto-Sprecher. ”Es hätte den Leuten gesagt werden müssen, daß es sich um einen Spaß handelt.” Und dessen Kollege Elmar Barnfaste (West-Lotto) ging sogar noch um einiges weiter: ”Das wird ein Nachspiel haben! Die Leute fühlen sich von uns betrogen, und das kann gefährlich werden.”
Kann so ein Scherz überhaupt gerechtfertigt werden, sind Schuld und Verfehlung nicht unbestreitbar? Der Monitor-Moderator jedenfalls war um die Antwort nicht verlegen:
Intelligentes Fernsehen müsse das Risiko eingehen dürfen, daß nicht alle Zuschauer die Beiträge immer angemessen verstehen. Dies sei nun mal der Preis dafür, daß man aufklärende Effekte erzielen könne, z.B. hinsichtlich der Verführbarkeit der Massen oder des Vertrauensschwunds in Politiker:
”Wir haben uns in die Seele von Millionen Menschen versetzt, die sich fragen: Geht das alles mit rechten Dingen zu? Daß Glossen oft mißverstanden werden, liegt in der Natur der Sache. Der Theaterdonner der Lottogesellschaften beeindruckt mich nicht. Viel interessanter finde ich, daß die Menschen Politikern und Lottochefs so einen Schwindel zutrauen.” (1)
Wir alle kennen solche Gespräche, die einen ähnlichen Ablauf haben: Am Anfang steht irgendein Tun oder Lassen, das beim Beobachter Tadel hervorruft. In Eheberatung und Paartherapie wirft der eine dem anderen vor: ‘Du hast dies oder jenes getan (und das hat mich verletzt/ geärgert/ enttäuscht ...).
(1) Hamburger Abendblatt vom 3./4.9.1994
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